• Kerstin K.

In Dünen verschwundene Bäume und wieder aufgetauchte Römer

26. Juni



Eigentlich ...


Eigentlich wollten wir nach Bolonia an den Strand und die Kühe dort anschauen, die dort oft rumliegen - völlig frei. Und vielleicht, ja vielleicht auch noch ein paar andalusische Pferde sehen, die dort auch frei herumlaufen dürfen ... aber dann kam es anders.


Wir entdeckten eine Düne!

Sand, Sand, Sand ... Skurril erheben sich Bäume, denen der Sand den Lebenssaft entzogen hat und die dort, nun als Gerippe, in den blauen Himmel hoch.


Auf dem Foto oben schaut man auf der linken Seite an den langen Stränden von Tarifa bis zur Stadt selbst herunter. Am Horizont dann Afrika. Was schon auf dem Foto sehr eindrucksvoll aussieht, ist "in echt" umwerfend!

Zeigt uns Menschen, wie klein wir sind.

Und dass sich die Natur - nach uns - alles zurückholen wird!



"Duna de Valdevaqueros"


Sie ist eine Wanderdüne. Im Jahr 2011 hatte der Wind so viel Sand gepustet, dass sie das kleine Dorf Paloma Baja von der Zufahrt abschnitt und die ca. fünfhundert Einwohner und Urlauber abgeschnitten waren und erst durch Planierraupen "gerettet" werden mussten.


Oben auf der Düne stehen ein Bagger und ein Radlager und schaufeln den ganzen Tag Sand von einer Ecke in die andere ... Ein etwas skurriles Bild.


Der Sand ist gaaaaaanz fein. Die Straße endet an einer ehemaligen militärischen Zone. Dort haben sich mittlerweile viele Menschen, ganz individuell, niedergelassen. Irgendwann geht die Straße nicht mehr weiter ... Wir sind am Ende der Welt angekommen - gefühlt. Die ehemaligen Häuser der Kaserne: mit von Wildkraut überwuchertem Tennisplatz. Steine, in denen es sich hartnäckige Pflanzen heimelig gemacht haben. Sie müssen sehr trockenbeständig und kaum durstig sein. Hier oben sind sie der permanenten Sonne und dem austrocknenden Wind ausgesetzt. Ein paar Maultiere stehen auch hier in der Sonne, suchen im ausgelaugten Gestrüpp nach etwas Essbarem. Wenig Menschen sind hier zu treffen. Der Blick ist atemberaubend. Über den Atlantik bis zum Mittelmeer.


Wir ziehen weiter. Auf der sandigen Straße flitzt ein giftgrüner Geko und verschwindet im Sand.


Unten in Valdevaqueros kann man campen oder einfach so an den Strand gehen. Anfang Juli sind hier die Kite-Meisterschaften. Die Teilnehmer kommen dann direkt von Sylt ...



Im Ort kann man sich auf diese Quad ausleihen, um auf der Düne herumzufahren ...


















Wer wissen möchte, wie weit es nach Fehmarn oder Tanger ist ...



Weiter geht es, nun wirklich mit dem Ziel Bolonia. Wir fahren weiter auf der N430 und sind, nach der nächsten Biegung, dann auf dem richtigen Weg.


Wir kommen an Kühen mit weissen Vögeln auf dem Rücken vorbei. Wer vorher schon mitgelesen hat, weiss dass das Kuhreiher sind. Es stehen hier mehr Kühe als ich es von der Costa diel Sol gewohnt bin. Aber es ist auch einfach grüner hier.


Nun sind wir also in Bolonia angekommen - dort allerdings finde wir keine Kühe am Strand - wohl aber eine archäologische Ausgrabung. Neugierig fahren wir zum Parkplatz und gehen ins Museum. Der Eintritt ist für Europäer frei!


Durch ein super modernes Gebäude betritt man das Gelände mit den Ausgrabungen. Der Ort wurde 1907 entdeckt und seit 1917 wird gegraben. Im Gebäude ist alles sehr genau beschrieben und wir gehen raus, an duftenden Rosmarinhecken vorbei. Da liegt dieser alte römische Ort. Unglaublich gut erhalten. Die größte Ausgrabung in Spanien. Ein Besuch lohnt sich auf jeden Fall!


Zum Abschluss kann man sich, wenn man es möchte, unter den herrlichen Olivenbäumen bequem machen und picknicken.


Ein schöner Tagesausflug.

Nachsatz: Der Strand war dann doch so voll, dass wir beschlossen haben, wir schauen dann mal an einem Abend vorbei. Vielleicht fühlen sich dann auch die Kühe dort wohler...




Links aus dem Text:

Wer mehr über diese Düne und Dünen im Allgemeinen wissen möchte, schaut hier. Auf Spanisch!


Baleo Claudia

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